pädagogisch wertfrei erziehen
Friedhofsgebührenbescheid

Die Kalkulation des Todes

Die grausame harte Realität des Satzes:

„Niemand möchte die Beerdigung seines Kindes planen müssen“

klatschte mir gestern ins Gesicht, als der Friedhofsgebührenbescheid ins Hause flatterte.

Da wo das Bestattungsinstitut es immer Taktvoll und Zurückhaltend versucht auf so weltliches wie Gebühren und Kosten hinzuweisen und auf Rechnungen, kommt der Verwaltungsapparat mit dem Takt eines Schlagbohrers daher.

Natürlich war klar dass das Grab für Hazel zu bezahlen ist. Die „Aufbewahrung“ der Toten, also das „Asche zu Asche, Staub zu Staub“ kostet nunmal Geld. Grundstücke sind teuer, Grabpflege, Gartenpflege, Neuanlage, Personal, usw usw usw.

Im Vergleich zur eigentlichen Beerdigung des Insitituts ist der Bescheid sogar „relativ“ klein.

Die Grabkosten waren auch vorher bekannt, die Friedhofsordnung ist öffentlich einsehbar.

Die 115 Euro Verwaltungsgebühr extra, in Relation zu den noch kommenden Kosten des Steins, geschenkt.

Die grausame Wahrheit, wenn wir unser stillgeborenes Kind in einem anderen Grab mit hätten bestatten lassen, so wie damals, wäre das alles um einiges günstiger gewesen. Ich finde es irgendwie falsch, weil man halt eher nicht darüber redet.

Eigentlich sollten wir uns dass, mit Blick auf den Kontostand und auf das schnell schrumpfende Depot (Danke Inflation, Danke Großfamilie), das ich nach dem Tod meines Vaters geerbt habe und in Hinblick auf die noch vor uns liegenden Jahre nicht leisten.

Ist dies eine Diskussion die ich führen wollte? Nein.

Bin ich froh dass wir es so gemacht haben, wie wir es gemacht haben? Ja.

Wird mir die Rechnung vom Steinmetz für den sehr schönen roten Sandstein und die Laterne wehtun? Ja.

Aber im Vergleich zu dem Schmerz den man verspürt, wenn man seine stillgeborene Tochter auf den Händen trägt…

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