pädagogisch wertfrei erziehen

In Flux

Ich hab die letzten Tage viel nachgedacht über „Routine“ und „Familienroutinen“ und wie sowas hier in dem Sinne einfach null existiert. Also es gibt „Alltag“ wie Frühstück, Wochenmarkteinkäufe und fixe Termine wie Logopädie, Reiten, Piano und Kreativwerkstatt.

Und natürlich Schule.

Und Urlaube – aber selbst die sind nicht jedes Mal „gleich“ obwohl wir seit 21 Jahren an die Ostsee fahren mit den Kindern im Sommer (und seit vielen Jahren auch an Pfingsten).

Aber soviele Dinge ändern sich hier ständig – Einschulungen, Kindergarteneingewöhnungen, Auszüge im Großen und im Kleinen, im Wöchentlichen, eben ständig kleine Änderungen, weil Kinder größer werden und Dinge ablegen und neue Dinge „die Norm sind“ (looking at you Lilou und die Kakaoflasche jeden Abend)

Diese Perspektive haben wir, glaube ich, mehr weil wir eben seit 21+ Jahren (seit Will) regelmässig wieder kleine Kinder haben. Und seit knapp fünf Jahren, also seit Wills mittlerer Reife, neue Schulen (Fachoberschule, Berufsschule, etc) – oder mal ein freiwilliges soziales Jahr oder Ausbildungen.

Und Schulabschlüsse. Soviele Schulabschlüsse.

Wir sind in Jahr drei der nicht abreissenden Kette der Schulabschlüsse. Erst Toms Quali, dann Bens Quali und Toms mittlere Reife, dann dieses Jahr mittlere Reife von Ben und Ausbildungsabschluss von Will, nächstes Jahr Quali von Emil und Fachabi von Tom und das Jahr drauf mittlere Reife von Emil.

Btw diese Sorte Ketten gibt es echt nur in Großfamilien.

Als Will auszog, zog Tom aus dem gemeinsamen Zimmer mit Ben in Wills Zimmer und Bens Zimmer wurde gestrichen. Vorher haben wir natürlich beim Auszug von Will in seiner Wohnung geholfen. Und nur sechs Monate später haben wir eine abstruse Menge Geld in Richtung Ikea geworfen (Danke Oma!) um die neue Wohnung von Noah und Samu einzurichten (also die haben natürlich den Großteil selbst finanziert, wie Will auch, aber ein paar Sachen von uns stecken da schon mit drin + Arbeit und Planung) und werden hier intern bzw haben intern schon, das Zimmer von (aktuell) Anton, Lilou, Emil und Zelda neu gestaltet.

Gestrichen, Betten verschoben, neue Regale und Schränke rein, alte Schränke raus (Danke Hexenschuss, grrr). Und dass war nur der Auftakt und wegen des anstehenden Umzugs sieht das Haus auch gerade reichlich unordentlich aus, weil überall Sachen auf ihren neuen Standort warten.

Hier die Liste der Änderungen die passieren am 1sten Mai:

  • Noah und Samu ziehen aus dem Zimmer im Keller aus
  • Tom zieht aus dem Zimmer im 2ten Stock (Wills altes Zimmer) in den Keller
  • Toms neues Zimmer braucht eine Menge neuer Möbel (werden am 2ten geliefert)
  • Ben zieht aus Bens und Toms alten Zimmer im 1sten in Toms aktuelles Zimmer im 2ten
  • wenig neue Möbel hier, nur die Kommode muss hoch
  • Anton und Emil ziehen mit neuem Bett und neuem Pax Kleiderschrank in Bens altes Zimmers im 1sten
  • Henry und June „ziehen“ in das Zimmer von Anton, Emil, Zelda und Lilou ein (die pennen aktuell im Familienbett
  • da fehlt nur eine Couch – Fotos dann auf Jeanines Instagram bzw im Blog

Und bei all den Änderungen die hier passieren (neuer Job inbound) ist noch nicht mit dabei, dass ab September unser Schulbus, mit dem wir seit 2011 mit bis zu fünf Kindern zur Schule kommen.

Ab September müssen wir zusehen wie die Zweitlässlerin und die anderen vier mit den öffentlichen zum Bahnhof kommen und von dort zur Schule und vor allem wie die Zweitklässlerin mittags teils alleine zurück kommt. Kinderuhrentelefon? Elterntaxi ist halt keine Option ohne Auto.

Wir werden uns anpassen, wie immer.

Der große Unterschied zu Kleinfamilien ist, ihr macht das Alles schon auch, nur meistens nur 1-2 Mal und mit weniger Abstand. Da kommen zwei Kinder relativ nah beinander in ähnliche Situationen und die anderen sind dann irgendwann vergessen oder ferne Vergangenheit.

Hier ist eine Ausbildung vorbei, ein Kind ist in der Vorschulgruppe im Kindergarten, in dem wir nächstes Jahr 20 Jahre am Stück sind und ein Kind beginnt mit dem Gymnasium nach 10 Jahren an der Montessori. Das „Spektrum“ der potentiellen Katastrophen ist um ein Vielfaches größer.

Btw „Ich weiß nicht wie ihr dass immer macht“ – wir auch nicht, wir machen es nur einfach :) Welche Wahl haben wir schon. Und meistens alleine – nur wir zwei mit minimaler Unterstützung

(Btw ich hab diesen Beitrag mit sowenig Links wie möglich gestaltet, ich hab dazu letztlich mal was gelesen, dass die total ablenken vom eigentlichen Text und ich will es mal testen)

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